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16.11.2004 - 23/2004

Weitere Festnahme wegen des Verdachts der Beteiligung am Landesverrat im Zusammenhang mit Lieferungen von Gasultrazentrifugen-Technologie

Auf Antrag des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof erließ der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes am 11. November 2004 einen internationalen Haftbefehl gegen den

in der Schweiz lebenden 61 Jahre alten Beschuldigten Gotthard L.

Der Beschuldigte wurde am 13. November 2004 durch Schweizer Polizeibeamte im Kanton St. Gallen festgenommen. Er ist dringend verdächtig, in der Zeit von 2001 bis 2003 Libyen bei der Entwicklung und beim Bau von Gasultrazentrifugen (GUZ) für die Hochanreicherung von Uran zum Zwecke der Herstellung von Atomwaffen unterstützt zu haben. Die Festnahme des Beschuldigten Gotthard L. steht im Kontext mit Ermittlungen des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof gegen Gerhard W., Urs. T und andere wegen des Verdachts der versuchten Förderung der Entwicklung von Atomwaffen und der Beteiligung am Landesverrat (siehe dazu Pressemitteilungen des Generalbundesanwalts vom 26. August 2004, Nr. 17, und vom 11. Oktober 2004, Nr. 20, www.Generalbundesanwalt.de/Aktuelles/Pressemitteilungen2004).

Der Beschuldigte Gotthard L., über 15 Jahre mit der Herstellung von kerntechnischen Anlagen auf dem Gebiet der Vakuumtechnik befasst, ist Mitglied des internationalen illegalen Beschaffungsnetzwerks, das seit den 1990er Jahren hauptsächlich von Dubai aus mit der Verbreitung der GUZ-Technologie Geschäfte machte. Er ist dringend verdächtig, im Jahr 2001 den Auftrag von BSA Tahir Mitglied des internationalen Beschaffungsnetzwerks , die Beschaffung des Rohrwerks für eine libysche Urananreicherungsanlage zu organisieren, entgegen genommen und diesen Auftrag an den Mitbeschuldigten Gerhard W. und dessen Anlagebau-Firma in Südafrika weitervermittelt zu haben. Der Mitbeschuldigte W. ließ den Auftrag durch einen Subunternehmer in Südafrika ausführen und setzte den Beschuldigen L. hiervon in Kenntnis. Im Oktober 2003 war die Produktion des Rohrwerks nahezu abgeschlossen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand kam es nicht zu einer Auslieferung nach Libyen. Für seine Tätigkeit im libyschen Beschaffungsnetzwerk erhielt der Beschuldige Gotthard L. in den Jahren 2001 bis 2003 Zahlungen in Höhe von 4 bis 5 Millionen Schweizer Franken.

Die Ermittlungen, die vom Bundeskriminalamt und vom Zollkriminalamt geführt werden, dauern an. Weitere Einzelheiten können zurzeit nicht mitgeteilt werden.

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