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16.05.2001 - 13/2001

Neue Erkenntnisse zum Mordanschlag auf Dr. Detlev Karsten Rohwedder

Mehr als 10 Jahre nach dem Mordanschlag auf den Vorstandsvorsitzenden der Treuhandanstalt Dr. Rohwedder am 1. April 1991 haben die Ermittlungen durch die Anwendung neuer wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden des Bundeskriminalamts einen entscheidenden neuen Impuls erhalten. Nach dem numehr vorliegenden Ergebnis einer molekulargenetischen Untersuchung von Haaren, die im Auftrag des Generalbundesanwalts durchgeführt wurde, kann eine Haarspur zweifelsfrei Wolfgang Grams zugeordnet werden. Grams, seit 1984 mit Haftbefehl gesuchtes Mitglied der "Rote Armee Fraktion" (RAF), hat sich am 27. Juni 1993 in Bad Kleinen (M/V) erschossen, um sich der Festnahme zu entziehen. Am 1. April 1991 wurde gegen 23.30 Uhr Dr. Rohwedder in seinem Privathaus in Düsseldorf-Oberkassel erschossen. Seine Ehefrau, die sich ebenfalls im Haus aufhielt, wurde durch einen Schuss am linken Ellbogengelenk verletzt. Die Schüsse wurden von einem gegenüberliegenden Schrebergartengelände mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Gartenstuhl aus abgegeben. Unmittelbar neben dem Stuhl lag ein Selbstbezichtigungsschreiben, das mit "Rote Armee Fraktion Kommando Ulrich Wessel" unterzeichnet und mit dem "RAF" Emblem versehen war. Im Gebüsch, unmittelbar im Bereich des Gartenstuhls, wurde ein Frotteehandtuch sichergestellt. Daran wurden menschliche Haare festgestellt und DNA-analytisch untersucht. Eine Haarspur stammt zweifelsfrei von Wolfgang Grams. Bereits seit mehreren Jahren werden durch den Generalbundesanwalt und in dessen Auftrag durch das Bundeskriminalamt die unaufgeklärten Anschläge der "RAF" im Hinblick auf weitere Ermittlungsansätze ausgewertet, wobei ein Schwerpunkt bei Untersuchungen im kriminaltechnischen Bereich, vor allem molekulargenetischen Untersuchungen liegt. Bei der DNA-analytischen Untersuchung von Haaren ist den Wissenschaftlern des Kriminaltechnischen Instituts des Bundeskriminalamtes nun ein Durchbruch gelungen. In aufwändigen Forschungsreihen konnte in den letzten Monaten eine Methode entwickelt werden, die eine Kern-DNA-Analyse an ausgefallenen Haaren - sogenannten telogenen Haaren - ermöglicht. Der erzielte Ermittlungserfolg nährt die Hoffnung, dass mit Hilfe der modernen Untersuchungsmethoden weitere Straftaten der Klärung zugeführt werden können.

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