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29.11.2011 - 41/2011

Weitere Festnahme im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Mitglieder und Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)"

Die Bundesanwaltschaft hat heute Morgen (29. November 2011) aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 28. November 2011
den 36-jährigen deutschen Staatsangehörigen Ralf W.

in Jena durch Beamte des Landeskriminalamts Thüringen festnehmen lassen.
Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs vollendeten Morden und einem versuchten Mord der terroristischen Vereinigung âžNationalsozialistischer Untergrund (NSU)✠geleistet zu haben (§ 211, § 27 StGB).
Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen bildeten die am 4. November 2011 verstorbenen Uwe B. und Uwe M. gemeinsam mit der Beschuldigten Beate Z. die terroristische Vereinigung âžNationalsozialistischer Untergrund (NSU)✠(vgl. Pressemitteilung Nr. 37/2011 vom 13. November 2011). Diese Gruppierung soll für die neun Morde an Mitbürgern türkischer und griechischer Herkunft der Jahre 2000 bis 2006 (sogenannte Ceska-Morde), den Mordanschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn vom 25. April 2007 sowie die Sprengsatzanschläge vom 19. Januar 2001 und vom 9. Juni 2004 in Köln verantwortlich sein. Zweck der Vereinigung war es, aus einer fremden- und staatsfeindlichen Gesinnung heraus vor allem Mitbürger ausländischer Herkunft zu töten und Sprengstoffanschläge zu begehen. Zudem sollen ihre Mitglieder Geldinstitute überfallen haben, um ihren Finanzbedarf zu decken.
Nach den bisherigen Erkenntnissen war der Beschuldigte seit 1995 in rechtsextremistischen Kreisen in Thüringen aktiv. Er stand bereits in den 1990er Jahren in enger Verbindung zu den drei Mitgliedern des âžNSU✠und soll diese bei ihrer Flucht im Jahr 1998 und in der Folge finanziell unterstützt haben. Zudem vermittelte er den Kontakt zwischen den âžNSUâœ-Mitgliedern und dem Beschuldigten Holger G., der ihnen Geld und Ausweisdokumente überließ (vgl. Pressemitteilung vom 14. November 2011 - 38/11). Aufgrund seiner anhaltenden Verbindung zu der unter falscher Identität lebenden Gruppe wusste er von ihren terroristischen Straftaten.
Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, dem âžNSU✠2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition verschafft zu haben. Er soll Waffe und Munition einem Kurier übergeben haben, der sie in seinem Auftrag zu den âžNSUâœ-Mitgliedern nach Zwickau brachte. Dabei nahm der Beschuldigte billigend in Kauf, dass die Schusswaffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden könnte.
Der Beschuldigte soll noch heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihm den Haftbefehl eröffnen wird. Weitergehende Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden.

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