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01.04.2010 - 5/2010

Zum Tode von Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof a.D. Ludwig Martin

Frau Generalbundesanwältin Prof. Monika Harms und die Belegschaft der Bundesanwaltschaft trauern um ihren langjährigen Behördenleiter Generalbundesanwalt a.D. Ludwig Martin, der in den Nachmittagsstunden des 31. März 2010 im Alter von 100 Jahren verstorben ist.

Der am 25. April 1909 in Martinszell im Allgäu geborene Generalbundesanwalt a.D. Martin wurde am 7. April 1963 zum Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof ernannt und übte dieses Amt elf Jahre lang bis zu seiner Pensionierung am 30. April 1974 aus.

Aus dem bayerischen Justizdienst stammend, war Generalbundesanwalt a.D. Martin bereits im Januar 1951 an die Bundesanwaltschaft abgeordnet worden, wo er noch im selben Jahr zum Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof befördert wurde. Im Jahre 1952 erfolgte seine Ernennung zum Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof, ein Jahr darauf sein Wechsel zum Bundesgerichtshof, wo er für die Dauer von zehn Jahren als Bundesrichter zuletzt beim 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs tätig war.

Während seiner langjährigen Tätigkeit als Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof trieb Generalbundesanwalt a.D. Martin den Ausbau der Bundesanwaltschaft in personeller Hinsicht voran und etablierte eine insgesamt dreijährige Ausbildung der aus den Bundesländern an die Bundesanwaltschaft abgeordneten Richter und Staatsanwälte in Revisionsstrafsachen, aber auch in Strafsachen erster Instanz. Mit Nachdruck unterstützte er die Einführung von Ermittlungsrichtern beim Bundesgerichtshof im Zuge der Verlagerung der erstinstanzlichen Zuständigkeit in Staatsschutzstrafsachen vom Bundesgerichtshof auf die Oberlandesgerichte im Jahre 1969. Noch in seiner Abschiedsrede im Jahre 1974 setzte er sich für eine Beschränkung der erstinstanzlichen Zuständigkeit im Bereich des Staatsschutzes auf wenige Oberlandesgerichte ein und stieß damit eine rechtspolitische Debatte an, die bis heute andauert.

Auch nach seiner Pensionierung war Generalbundesanwalt a.D. Martin in vielfältiger Weise ehrenamtlich tätig, etwa im Präsidium der deutschen Sektion der Internationalen Juristenkommission, der Deutsch-Italienischen Juristenvereinigung und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.

Noch am 25. April letzten Jahres war Generalbundesanwalt a.D. Martin im Bürgersaal des Rathauses der Stadt Karlsruhe auf Einladung des Oberbürgermeisters und der Generalbundesanwältin im Kreise geladener Gäste in einer Feierstunde zu seinen 100. Geburtstag geehrt worden.

Die Angehörigen der Bundesanwaltschaft werden seiner stets gedenken.

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