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Linksextremismus

Mit der Hinwendung eines Teils der 68-er-Studentenbewegung zu Gewaltstrategien zur Änderung der politischen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland war der Keim eines bis heute andauernden gewaltbereiten Linksextremismus gelegt. Dabei wird das politische Ziel einer Systemveränderung von den sich selbst als "militant" bezeichnenden Tätergruppierungen mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen und Strategien verfolgt. Regelmäßig dienen tagespolitische Ereignisse, in denen sich von den Tätern unterstellte "Systemwidersprüche" aktualisieren, als Anlass für demonstrative Rechtsverstöße.

Während in den 70-er, 80-er Jahre und zu Beginn der 90-er Jahre terroristische Vereinigungen wie die "Rote Armee Fraktion (RAF)" und die "Revolutionären Zellen (RZ)" unter dem jeweiligen Gruppennamen die Verantwortung für Anschläge übernahmen, entstanden in den folgenden Jahren autonome Gruppen, die sich anders als "herkömmliche" terroristische Vereinigungen in Taterklärungen zu Anschlägen ständig wechselnde Aktionsnamen ("no-name-Konzept") geben.
Die damit verbundene Strategie erläutert ein Positionspapier aus der militanten Szene wie folgt:

"Wir denken, dass infolge der geringen Anzahl von militanten Gruppen und Projekten in der BRD ein nach außen hin erkennbarer kontinuierlich arbeitender Zusammenhang ("Markenname") allzu leicht ins Fadenkreuz des Repressionsapparates gerät... Letztlich sprechen wir uns gegen eine kontinuierliche Namensgebung aus, um einerseits den äußeren Druck (Repression) und andererseits den daraus folgenden inneren Druck (nervliche Anspannung) so gering wie möglich zu halten."

Autonome Gruppen greifen damit auf Konzepte zurück, die auch schon von der terroristischen Vereinigung "Revolutionäre Zellen" benutzt wurden. Solche Konzepte bieten den Gruppen einerseits die Möglichkeit, "legale" und "Illegale" Arbeit miteinander zu verknüpfen und andererseits ein großes Maß an Anonymität und damit auch an Sicherheit vor staatlichen Zugriffen. Autonome Gruppen haben sich in der Vergangenheit insbesondere mit Brandanschlägen gegen Sachen folgender Themen angenommen:

Aktuelle Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung richten sich deshalb gegen verschiedene autonome Gruppen, die entweder der militanten "Anti-AKW-Bewegung" oder ,,Aktiven militanten Zusammenhängen" gegen die "Umstrukturierung" und "Großmachtrolle der Bundesrepublik Deutschland" angehören.